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Modelleisenbahn Epoche II | |
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In den Normen Europäischer Modelleisenbahnen (NEM) des Verbandes Europäischer Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde (MOROP) gibt es eine verbindliche Einteilung der zeitgeschichtlichen Perioden unter dem Aspekt der Modelleisenbahn. Die einzelnen Epochen werden durch römische Zahlen gekennzeichnet und unterschieden sich durch die zum Einsatz gelangenden Fahrzeugtypen sowie deren Lackierung und Beschriftung und die zum Bahnwesen gehörenden Infrastrukturen (Gebäude, Signalwesen). Den Herstellern von Modelleisenbahnen und Modellbahnzubehör wird mindestens seit 1990 empfohlen, ihre Produkte dahingehend zu kennzeichnen, in welcher Epoche sie vorbildgerecht eingesetzt werden können. Diese Empfehlung vereinbart sich mit dem Ziel der NEM, daß sich Modellbahnanlagen hinsichtlich ihrer Ausstattung und des darauf eingesetzten Fahrzeugparkes entsprechend charakterisieren lassen.Nach NEM800 bzw. NEM806D gibt es für Deutschland eine Einteilung in fünf Epochen:
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Charakterisierung der Epoche |
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Epoche vom Anfang bis zur Ausbildung zusammenhängender landesweiter Schienennetze. Neben privaten Bahngesellschaften treten vermehrt Staatsbahnen in Erscheinung; die Eisenbahn besitzt eine Monopolstellung im Verkehrswesen. Bei den Fahrzeugen ist ein Abschluß der Entwicklung des Erscheinungsbildes der Dampflokomotive zu vermerken. |
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Epoche der Bildung großer Staatsbahnverwaltungen und weitestgehender Abschluß der Entwicklung der Schienennetze. Zunehmende Bestrebungen der Vereinheitlichung und Standardisierung im Fahrzeugbau, im Signalwesen und der Betriebsvorschriften. Grundlegende Entwicklungen im Bereich der elektrischen Zugförderung. |
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Epoche der Neuorganisation und des Wiederaufbaues des durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Eisenbahnwesens. Beginn des Traktionswechsels vom Dampfbetrieb zum Diesel- und Elektrobetrieb. Erste Streckenstillegungen, besonders im Bereich der Nebenbahnen und Schmalspurbahnen. |
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Epoche des Abschlusses der Traktionsumstellung. International einheitliche Kennzeichnungssysteme für Eisenbahnwagen. Neue Signalsysteme. Erste Museumseisenbahnen. |
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Beginn des Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverkehrs. Werbewirksame Fahrzeuglackierung. Zunehmende Privatisierung des regionalen Personenverkehrs. |
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Was macht die Epoche II für den vorbildorientierten Modelleisenbahner so besonders interessant? |
| Zunächst ist da die große Vielzahl
unterschiedlicher Fahrzeuge, die beim Vorbild im Einsatz waren.
Neben den zahlenmäßig dominierenden Länderbahnkonstruktionen
spielten die Einheitsbauarten in den 30er
Jahren eine zunehmende Rolle, das betrifft nicht nur die allgemein beliebten
Dampflokomotiven,
sondern auch die Personenwagen und die Güterwagen.
Die Wagenvielfalt ist möglicherweise in keiner anderen Epoche so groß
gewesen. Bei den Triebfahrzeugen tauchen erstmalig in nennenswerter Zahl
auch die
Elektrolokomotiven, die Triebwagen
und die Kleinlokomotiven auf. Diese Fahrzeugarten
sind aber schon in dieser Zeit in großer Vielfalt vertreten. Der
Grund dafür ist in vielen vergleichsweise kleinen Produktionsserien
zu sehen, die Ihre Ursachen wiederum in der komplizierten wirtschaftlichen
Situation einerseits und im stürmischen technischen Fortschritt andererseits
hatten.
Bei den Elektroloks ist die technische Entwicklung innerhalb der Reichsbahnzeit sicher vielfältiger und abwechslungsreicher als in allen anderen Epochen, es existierten erste noch zu Länderbahnzeiten konstruierte Fahrzeuge mit von den Dampflokomotiven übernommenen Stangenantrieben neben modernen Loks mit Einzelachsantrieb, welche schon damals die Dampflokomotiven in bezug auf Geschwindigkeit und Zugkraft in den Schatten stellten. Aber auch die Dieseltraktion hat ihre Wurzeln in der Reichsbahnepoche, neben den Triebwagen und den ersten versuchsweisen Streckendieselloks sind dabei besonders die beliebten Kleinlokomotiven für den Rangierdienst zu nennen. Die Entwicklung der Dampflokomotive erreichte ihren Höhepunkt mit der Konstruktion der Einheitslokomotiven. Ein Glanzpunkt im Eisenbahnbetrieb war der Einsatz von stromlinienverkleideten Schnellzugdampfloks. Der Drang nach höheren Geschwindigkeiten, der nicht zuletzt auch durch die wachsende Konkurrenz des sich rasant entwickelnden Straßenkraftverkehrs bedingt wurde, führte zu solch bemerkenswerten Konstruktionen wie dem weltberühmten Krukenberg-Schienenzeppelin, dem stromlinienförmigen Henschel-Wegmann-Zug, den dieselgetriebenen Schnelltriebwagen und den Doppelstock-Schnellzügen der Lübeck-Büchener Eisenbahn. Mit dem besonderen Augenmerk auf die Situation
in Deutschland, wo nach dem Ersten Weltkrieg die Eisenbahnen erstmalig
von einem einheitlichen Staatsbahnunternehmen betrieben wurden, unterschiedet
sich die Reichsbahnzeit von der Länderbahnzeit (Epoche I) auch darin,
das sehr viele Fahrzeugtypen weitaus universelleren Charakter besaßen
und somit in vielen Regionen einsetzbar waren. So sind Dampfloks der Baureihen
03, 38, 55, 57, 58, 64, 86 und 94 in fast jedem Winkel des Deutschen Reiches
im Einsatz gewesen, während zu Länderbahnzeiten der Fahrzeugeinsatz
räumlich stärker eingegrenzt war. Im Unterschied zur Nachkriegszeit
(Epoche III) ist wiederum der deutlich größere Anteil von Wagen
aus der Länderbahnzeit bemerkenswert.
Die Entwicklung der Personenwagen dieser Zeit ist für den Modelleisenbahner ebenso von großem Interesse. Zum einen spielen wunderhübsche Fahrzeuge aus der Länderbahnzeit wie Lokalbahnwagen oder "Langenschwalbacher" noch eine große Rolle. Auch sind sehenswerte dreiachsige und vierachsige Abteilwagen aus dem Betrieb nicht wegzudenken. Weiterhin sind die beliebten Donnerbüchsen praktisch überball einsatzbar. Zum Abschluß der Entwicklung, welche technisch gesehen den Beginn des Leichtbaus darstellt, spielen die Schürzenwagen eine wichtige Rolle, welche wiederum aufgrund ihrer zeitlosen Ästhetik auch heute noch die Herzen der Eisenbahnfreunde höher schlagen lassen und das Vorbild für fast alle danach geschaffenen modernen Reisezugwagen darstellen. Aber auch das Besondere kommt nicht zu kurz: Rheingold-Wagen mit ihrer eigenen Eleganz, welche nicht zuletzt durch die interessante Farbgebung erzielt wurde, haben ungezählte Liebhaber. Die überaus beliebten gläsernen Züge für rein touristische Zwecke stammen auch aus den 30er Jahren. Auch im heute wenig beachteten Güterverkehr
vollzog sich eine starke Tendenz zur Beschleunigung und Vereinheitlichung
der Technik. Kurze Leichtgüterzüge (Leig)
sind ein Blickfang auf jeder Modellbahnanlage. Weit verbreitete Wagentypen,
wie Schienenwagen und Rungenwagen
gestatten einen Blick auf interessantes Ladegut wie beispielsweise Dreschmaschinen
oder Lanz-Bulldogs. Solche Schienenfahrzeuge sind heute kaum noch in Güterzügen
zu beobachten. Auch Kleinviehverschlagwagen,
Säuretopfwagen,
Weinfaßwagen,
Drehschemelwagen
oder Bierwagen lockern das Bild der Reichsbahn-Güterzüge
in einer Weise auf, wie es heute kein noch so bunter Containerzug vermag.
Aber auch moderne Selbstentladewagen und Kühlwagen
sind während der Reichsbahnzeit entwickelt worden und in großen
Stückzahlen zum Einsatz gelangt.
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| Wenn den vielfältigen Umfragen von
Modellbahnzeitschriften und Modellbahnherstellern Glauben geschenkt werden
darf, interessiert sich heute die Mehrzahl der älteren Modellbahnfreunde
für die Epoche III (also für Ihre Kinder- und Jugendzeit)
und die Mehrzahl der jugendlichen Modellbahnfans für die aktuelle
Periode, also die Epoche V.
Das widerspiegelt sich ganz offensichtlich auch im Angebot der Hersteller von Modellbahnfahrzeugen und Zubehör. Interessenten der Epochen I und II werden von einigen Herstellern überhaupt nicht berücksichtigt und andere bieten oft nur limitierte Auflagen von entsprechenden Modellen, die häufig nach dem Ausverkauf kaum noch zu bekommen sind. Mitunter werden Modellfahrzeuge späterer Epochen selbst namhafter Hersteller ohne entsprechend notwendige Formänderungen einfach mit einer Lackierung und Beschriftung der Epoche II versehen; besonders deutlich wird das bei Dachaufbauten und Stromabnehmern von Elektroloks oder den Lampen der Dampflokomotiven. Obwohl für den Epoche-II-Freund noch einige wichtige Wünsche unberücksichtigt sind, muß auch anerkannt werden, daß das Gesamtangebot an Epoche-II-Modellfahrzeugen in den letzten Jahren schrittweise besser geworden ist. Leider orientieren sich aber auch Vorschläge zum Anlagenbau und dem Fahrzeug-Eigenbau sehr oft nur an der Vorbildsituation nach 1945. Ausführliche Unterlagen und Dokumentationen in Fachzeitschriften oder Büchern zum Anlagen- und Fahrzeug-Eigenbau betreffen ebenfalls selten die beiden frühen Eisenbahn-Epochen. Wenn auf dieser Strecke der Information mehr getan wird, werden sich möglicherweise auch mehr Modellbahner mit der Epoche II beschäftigen und anfreunden. Die Epoche-II-Webseite will einen kleinen Beitrag dazu leisten. |
| Die folgenden Seiten wollen einen Überblick
über Eisenbahn- und Auto-Modelle geben, welche auf Anlagen der Epoche
II einsetzbar sind. Dabei sollen auch Sammleraspekte berücksichtigt
werden, es kann aber natürlich keine absolute Vollständigkeit
in den Darstellungen erreicht werden. Ergänzende Informationen sind
deshalb jederzeit willkommen!
Der betrachtete Zeitraum beginnt für die Eisenbahn-Modelle etwa 1980 und für die Auto-Modelle 1988, ab 1990 wird größtmögliche Vollständigkeit angestrebt, soweit das die für den deutschen Markt bedeutsamen Großserienhersteller betrifft. Kleinserienhersteller können nur exemplarisch berücksichtigt werden. Der Zeitraum vor 1980 ist nur von geringem Interesse, da bis dahin außer von Liliput (Wien) und Rivarossi (Como) kaum vorbildgerechte Großserienmodelle der Epoche II angeboten wurden. Diese wenigen Modelle wurden mit erfaßt, jedoch größtenteils in Unkenntnis der exakten Angebotszeiträume. Die zugehörigen zeitlichen Angaben beziehen sich deshalb in einzelnen Fällen nur auf Kataloginformationen, die nicht zwangsläufig den wahren Angebotszeitraum widerspiegeln müssen. Zuverlässige Hinweise werden auch dazu gern entgegengenommen. |
| Die Auflistungen mit den Eisenbahn-Modellen
im Maßstab
1:87 (Spur H0) wurden
zuerst fertiggestellt und werden laufend aktualisiert. Die Listen für
den Maßstab 1:120 (Spur TT) wurden
nur möglich aufgrund der Mithilfe von Thomas
Scherrans, Dietrich Heede
und Andreas Angermüller,
wofür an dieser Stelle herzlich gedankt werden soll!
Es ist beabsichtigt, vergleichbare Aufstellungen auch für den Maßstab1:160 (Spur N) anzubieten, diesbezügliche Informationen werden von befreundeten Modellbahnern bereitgestellt, wofür weitere Mithilfe noch willkommen ist. Die Mitarbeit weiterer Interessenten (z.B. für Spur Z oder die Berücksichtigung von Fahrzeugen aus der Schweiz) ist ebenso willkommen. |
| Thomas Noßke 1999 - 2002 | www.epoche2.de |