| Die Güterwagen der Verbandsbauarten
stellten bis Ende der 20er Jahre rund zwei Drittel des Güterwagenbestandes
der deutschen Reichsbahn und waren somit die bedeutendste Güterwagen-Familie
in Deutschland. Ihre Konstruktionen waren Resultat der Bemühungen
des 1909 gegründeten deutschen Staatsbahn-Wagenverbandes um Standardisierung
der Fahrzeuge und problemlosen Länder übergreifenden Wagenaustausch.
Diesem Verband gehörten alle acht damaligen deutschen Länderbahnen
an, jedoch wurden die Konstruktionen stark von den preußischen Staatsbahnen
beeinflußt, die insgesamt mehr Güterwagen besaß als alle
anderen Bahnverwaltungen zusammen.
Ihr Bau begann ab 1910 und erstreckte sich bis weit in die 20er Jahre, also noch in die Reichsbahnzeit hinein. Sie verdrängten sehr schnell die vielen nicht standardisierten Güterwagen-Bauarten der Länderbahnen. Unter der Regie der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft wurden sie systematisch mit durchgehender Bremsluftleitung nachgerüstet bzw. beschafft. Es kann davon ausgegangen werden, daß zum Zeitpunkt des Endes ihrer Beschaffung die überwiegende Zahl dieser Wagen damit ausgestattet war. Dagegen hielten sich andere Attribute der Anfangszeit wie Speicherräder und Stangenpuffer noch etwas länger. Diese Wagen bewährten sich außerordentlich gut und blieben bis in die 60er Jahre in nennenswerten Stückzahlen im Einsatz. |
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| Wagentyp | Lade-
masse in t |
Lade- länge in mm | LüP
ohne / mit Bremserhaus in mm |
Eigenmasse
ohne / mit Bremserhaus in t |
Beschaffungs- zeitraum | gebaute
Stückzahl ca. |
Gattung DRG | Gattungsbezirk | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A1 | offener Kohlenwagen | 15 | 6720 | 8100 / 8800 | 8,8 / 9,5 | 1911 - 1925 | 60000 | O | Halle |
| A2 | gedeckter Güterwagen | 15 | 7920 | 9300 / 9600 | 10,3 / 11,3 | 1910 - 1927 | 122000 | G | Kassel
München |
| A3 | vierachsiger Schienenwagen | 35
38 |
15060
18070 |
----
/ 17100
---- / 20100 |
----
/ 19,5
---- / 22,5 |
1911
- 19??
1912 - 1925 |
4000 | SS, SSn | Köln |
| A4 | Rungenwagen | 15 | 10120 | 11500 / 12200 | 9,7 / 10,5 | 1912 - 1927 | 35000 | R, Rn | Stuttgart |
| A5 | Langholztransportwagen mit Drehschemel | 15
18 |
8000 | 9300 / 10030 | 9,4 / 10,2 | 1912
- 1913
1913 - 1925 |
8000 | H, Hn | Regensburg |
| A6 | offener Kohlewagen | 15 | 5300 | 6600 / 7300 | 8,7 / 9,2 | 1912 - 1924 | 24000 | O, On | Nürnberg |
| A7 | Kalkwagen | 15 | 5300 | 6600 / 7300 | 9,5 / 10,3 | 1913 - 1926 | 5000 | K, Kn | Elberfeld
ab 1930: Wuppertal |
| A8 | Kleinviehwagen | 15 | 6900 | 8250 / 8550 | 11,2 / 12,0 | 1913 - 1927 | 2200 | V | Altona
ab 1937: Hamburg |
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großräumiger gedeckter Güterwagen | 15 | 10720 | 12100 / 12800 | 12,5 / 13,3 | 1914 - 1928 | 5600 | Gl | Dresden |
| A10 | offener Kohlenwagen | 20 | 7720 | 9100 / 9800 | 10,4 / 11,0 | 1913 - 1928 | 140000 | Om, Omm | Breslau
Essen |
| A11 | zweiachsiger Schienenwagen | 15 | 13300 | 14400 / ---- | 10,6 / ---- | 1914 - 1922 | 3000 | S, Sml | Augsburg |
| Offener
Kohlewagen nach Musterblatt A1
Gattungsbezirk Halle Ladegewicht 15t |
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| Diese Wagen mit hölzernen Bordwänden sind zum Transport für alle Güter zugelassen. Es gibt Exemplare mit teilweise oder ganz abbordbaren Seitenwänden. |
| Offener
Kohlewagen nach Musterblatt A6
Gattungsbezirk Nürnberg Ladegewicht 15t |
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| Für diese Wagen mit eisernen Seitenwänden gibt es keine Einschränkungen über die Art der transportierbaren Güter. |
| Offener
Kohlewagen nach Musterblatt A10
Gattungsbezirke Essen und Breslau Ladegewicht 20t |
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| Für alle Sendungen, bei denen
das zulässige Transportgewicht von 20t ausgenutzt wird, oder deren
Gewicht 15t überschreitet. Weiterhin für alle Sendungen, die
auf einem anderen offenen Wagen nicht untergebracht werden können,
und für Großvieh.
Die Reichsbahndirektionen können für bestimmte Strecken und Anschlüsse die Benutzung dieser Wagen anordnen, auch wenn die obigen Bedingungen nicht erfüllt sind, um die Zuführung anderer leerer Wagen zu vermeiden. |
| Großräumiger
gedeckter Güterwagen nach Musterblatt A9
Gattungsbezirk Dresden Ladegewicht 15t |
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Großräumige gedeckte Güterwagen
sind zu verwenden für Güter, die wegen ihrer Menge oder Abmessungen
in gewöhnlichen gedeckten Güterwagen nicht unterzubringen sind.
Vorzugweise sind sie zu stellen für:
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| Gedeckter
Güterwagen nach Musterblatt A2
Gattungsbezirke München und Kassel Ladegewicht 15t |
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Gedeckte Güterwagen werden gestellt
für:
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| Kleinvieh-Verschlagwagen
nach Musterblatt A8
Gattungsbezirke Altona (ab 1937 Hamburg) Ladegewicht 15t |
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| Zur Beförderung von Kleinvieh
(Schweine, Kälber, Schafe, Ziegen, Geflügel).
Unbeladene Abteile sind durch Beladung mit einzelnen Stück Vieh auszunutzen. |
| Rungenwagen
nach Musterblatt A4
Gattungsbezirk Stuttgart Ladegewicht 15t |
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Rungenwagen dürfen nur gestellt
werden:
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| Schienenwagen
nach Musterblatt A11
Gattungsbezirk Augsburg Ladegewicht 20t |
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Wagen der S-Gruppe sind zu verwenden
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| vierachsiger
Schienenwagen nach Musterblatt A3
Gattungsbezirk Köln Ladegewicht 35t (15m-Wagen) bzw. 38t (18m-Wagen) |
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Wagen der SS-Gruppe sind zu verwenden:
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| Drehschemelwagen
nach Musterblatt A5
Gattungsbezirk Regensburg Ladegewicht 15t |
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Schemelwagen sind paarig und einzeln
einsetzbar. Sie sind zu verwenden:
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| Kalkwagen
nach Musterblatt A7
Gattungsbezirk Elberfeld (ab 1930: Wuppertal) Ladegewicht 15t |
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Verwendung zum Transport von:
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| © Thomas Noßke 1998, 1999, 2000 | www.epoche2.de | |||||