Im Januar verschärft sich die militärische Lage an der Ostfront; für die in Stalingard eingeschlossene 6. deutschen Armee gibt es praktisch keine Hoffnung mehr auf Entsatz oder Ausbruch aus dem Kessel. Am 08.01. lehnt die Spitze der 6.Armee auf Hitler Weisung hin
eine sowjetische Kapitulationsaufforderung ab. An der Afrikafront organisieren die deutschen Militärverbände ihren Rückzug. In Deutschland verschärft die Propaganda ihre Aufrufe zum totalen Einsatz sämtlicher Kräfte und Reserven. Der Schiffsbau für die deutsche Kriegsmarine
wird entgegen den Willen der Marineführung zugunsten des Baues von Unterseeboten auf Hitlers Anordnung hin stark reduziert. Die anglo-amerikanischen Bombenangriffe auf deutsche Städte werden in Umfang und Häufigkeit weiter verschärft; im Laufe des Jahre vergeht kaum ein Tag ohne Bombenangriffe.
24.01. Auf der Konferenz von Casablanca fordern die Alliierten die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte als Voraussetzung für die Beendigung des Krieges.
02.02. Kapitulation der 6. deutschen Armee in Stalingrad. 91000 deutsche Soldaten wurden gefangen genommen.
11.02. Beginn der Einberufung 15-jähriger Schüler als Luftwaffenhelfer.
14.02. Hitler befiehlt für den Rückzug der deutschen Truppen von der Ostfront die Zerstörung aller Anlagen und Einrichtungen, die dem Feind nützen könnten.
18.02. Im Berliner Sportpalast hält Propagandaminister Goebbels eine reißerische Rede vor mehreren hundert ausgesuchten Zuhörern, die angeblich einen breiten Querschnitt durch die deutsche Bevölkerung darstellen sollen. Er appelliert an die Opferbereitschaft
des deutschen Volkes als Beitrag zum Kampf gegen die "Gefahr aus dem Osten". In zehn Fragen versucht er, die nach der Niederlage von Stalingrad stark niedergeschlagene Stimmung zu heben und die Bevölkerung aus der Kriegsmüdigkeit zu entreißen. Die letzte Frage: "Wollt ihr den totalen Krieg?" wird
ebenso wie alle vorhergehenden von den fanatisierten Zuhörern mit einem begeistertem "Ja" beantwortet. In den folgenden Tagen wird in vielen Einrichtungen der Betrieb auf die totale Kriegsführung eingestellt.
13.05 Kapitulation der letzten Einheiten des deutsch-italienischen Afrikakorps in Tunesien.
24.05. Großadmiral Dönitz ordnet wegen der hohen deutschen Verluste durch Fliegerangriffe den Abbruch der Angriffe auf amerikanische Geleitzüge im Nordatlantik an.
01.07. Die Juden in Deutschland verlieren jeglichen Rechtsschutz durch die Justiz und unterstehen künftig nur noch der Polizei.
04.07. Bei ihrem Vormarsch überschreitet die Rote Armee die Grenze der Sowjetunion zu Polen.
10.07. Landung britischer und amerikanischer Truppen auf Sizilien; die letzten deutsch-italienischen Truppen räumen am 17.08. die Insel.
03.09. Britische Truppen landen an der Südspitze des italienischen Festlandes; daraufhin unterzeichnen Italien und die Alliierten einen geheimen Waffenstillstand.
12.09. Eine deutsche Fallschirmjägereinheit befreit in den Abruzzen den am 25.07. verhafteten ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini. Am 15.09. bildet Mussolini in Saló am Gardasee eine republikanisch-faschistische Regierung.
20.09. Die letzten deutsche Truppen räumen Sardinien.
01.11. Die deutschen Truppen auf der Krim sind von der Landseite vollständig eingeschlossen.
28.11.-01.12. Teheraner Konferenz, bei der erstmals Churchill, Roosevelt und Stalin zusammen treffen. Es wird die Errichtung einer zweiten Front in Westeuropa für Mai 1944 bei einer gleichzeitigen Offensive der Rote Armee vereinbart. Es wird erstmalig über eine Nachkriegsordnung verhandelt, wobei den Russen große Zugeständnisse gemacht werden.
Im Januar und Februar finden Gespräche und Vereinbarungen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit Bulgarien und Rumänien statt.
09.01. Den in der Wirtschaft des deutschen Reichs freiwillig beschäftigten Ostarbeitern wird eine Beendigung ihrer Arbeitsrechtsverhältnisse praktisch unmöglich gemacht.
20.01. Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit Japens mit dem Deutschen Reich
27.01. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz im Deutschen Reich Fritz Sauckel ordnet die Meldung aller Männer zwischen dem 16. und dem 65. und aller Frauen zwischen dem 17. und dem 45. Lebensjahr zum Arbeitseinsatz an.
07.02 (Sonntag) In Bergbau- und Rüstungsbetrieben werden zusätzliche "Panzerschichten" durchgeführt.
10.02. Starke Reduzierung des Betriebs an den Wirtschaftsbörsen des Deutschen Reichs.
13.02. Auf Anordnung Hitlers wird bei Familien mit fünf und mehr wehrpflichtigen Söhnen ein männlicher Erbe aus dem Wehrdienst entlassen oder vom Wehrdienst zurückgestellt, wenn seine Arbeitskraft zur Existenzsicherung der Familie benötigt wird.
24.02. Der durch die zur Wehrmacht einberufenen Männer hervorgerufene Arbeitskräftemangel veranlaßt die Deutsche Reichspost zur Werbung um weibliche Hilfskräfte im Zustelldienst: "Frauen und Mädel! Meldet Euch beim nächsten Postamt!"
04.03. Einberufung eines Sonderbeauftragter für Energieeinsparung.
06.03. Die Reichsstelle Chemie verbietet die Herstellung von Filmen, Platten und Fotopapier sowie das Entwickeln und Kopieren von Filmen für Fotoamateure.
08.03. Für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst wird der Urlaub auf 14 Tage im Jahr reduziert. Zwei Tage später wird die Arbeitszeit der Beamten von 53 auf 56 Wochenstunden heraufgesetzt. In der privaten Wirtschaft wird der Urlaubsanspruch am 23.04. ebenfalls auf 14 Tage im Jahr beschränkt.
21.03. Einzelhandelsgeschäfte dürfen fortan nicht mehr wegen Urlaub schließen.
29.03. Beginn der Sommerzeit in Deutschland; sie endet am 04.10.
04.04. Betriebe werden aufgefordert Akten und Geschäftsunterlagen, die älter als fünf Jahre sind, der Altpapiergewinnung zuzuführen.
15.04. Die Herstellung von Spielzeug wird eingeschränkt.
17.05. Britische Bomber zerstören mit speziell konstruierten Bomben die Talsperren im Möhnetal und im Edertal. Die dadurch erhofften negativen Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Industrie im Ruhrgebiet und des Mittellandkanals bleiben weitestgehend aus, aber es sterben dabei mehr als 1200 Zivilisten.
31.05. Reduzierung der Fleischrationen im Deutschen Reich.
24.07. Der Deutsche Rundfunk sendet ab sofort ohne Nachtunterbrechung.
Im August schließt Deutschland neue Wirtschaftsabkommen mit Ungarn und Schweden, im Oktober wird ein solches Abkommen mit der Schweiz abgeschlossen.
13.09. Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion Albert Speer erhält alle Vollmachten zur Fortsetzung der Kriegswirtschaft in Italien.
08.10. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront Robert Ley gibt Pläne zur Errichtung von Notunterkünften für Bombengeschädigte bekannt.
20.11. Die Zulassung von Personen für die Aufnahme in Heilbäder, Kurorte u. ä. im Deutschen Reich wird stark eingeschränkt.
23.11. Für Zement- und Baustoffsäcke werden Pfandmarken ausgegeben, um eine Rückführung nach dem Gebrauch zu erzwingen.
23.12. Für das Jahr 1944 wird deutschen Aktiengesellschaften die Durchführung von Aktionärs-Hauptversammlungen untersagt, die Aufsichtsratsmitglieder sollen bis zur nächsten Hauptversammlung weiter im Amt bleiben.
30.01. Endgültiger Baustopp für den einzigen deutschen Flugzeugträgers "Graf Zeppelin".
01.02. In Berlin werden Taxifahrten auf militärisch erforderliche Gründe und den Transport von Kranken beschränkt.
Der aus dem allgemeinen Treibstoffmangel heraus entwickelte Holzgasgenerator wird nun auch zunehmend für landwirtschaftliche Fahrzeuge eingesetzt.
15.03. Hitler läßt in der Umgebung von Vichy alle Flugplätze unbrauchbar machen, um die Flucht französischer Politiker zu verhindern.
17.03. Einführung einer Festkraftstoffkarte im Deutschen Reich.
09.05. Die deutsche Bevölkerung wird aufgefordert, Reisen in die von Bombenangriffen betroffenen Städte sofort zu unterlassen.
25.05. Anordnung der Umstellung aller Personenkraftwagen von Benzin auf sogenannte Ausweichkraftstoffe.
22.07. Im Deutschen Reich werden ab sofort nur noch Einheitsomnibusse und ein stark vereinfachter Kriegsstraßenbahnwagen gebaut. Die Zahl der Sitzplätze wird bei diesen Fahrzeugen zugunsten der Stehplätze stark reduziert, um möglichst viele Personen transportieren zu können.
08.09. Die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Italien wird für den zivilen Verkehr gesperrt.
20.10. Jungfernflug der sechsmotorigen Junkers Ju-390 in Merseburg; mit 50m Spannweite war es das weltweit größte bis dahin gebaute Flugzeug, es wurde jedoch kein weiteres Exemplar mehr fertiggestellt.
10.12. Der zivile Reiseverkehr über die Weihnachtsfeiertage wird vom 15.12 bis 03.01. untersagt, falls keine kriegswichtigen Gründe vorliegen.
Die Konzentration der Lokomotivproduktion auf wenige als kriegwichtig eingestufte Typen wird mit dem Beginn der Massenproduktion der ersten Kriegslokomotive (BR 52) abgeschlossen. Die zweite Kriegslokomotive (BR 42) wird vorbereitet.
01.03. Inkrafttreten der vereinfachten Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (vBO) für alle nichtreichseigenen eingleisigen Nebenbahnen des allgemeinen Verkehrs.
05.04. Hitler erklärt die geplante Breitspur-Eisenbahn für kriegswichtig. In dem gigantischen Projekt sollten Großraum- Eisenbahn-Verbindungen mit 3 m Spurweite zwischen dem Deutsche Reich und Frankreich einerseits sowie dem Balkan, der Ukraine und dem Kaspischen Meer geschaffen werden. Die Planungen zur Streckenführung sowie für eine Vielzahl von Fahrzeugen mit gewaltigen Abmessungen waren bereits weit gediehen; es wurde jedoch nichts davon verwirklicht.
15.04. Inkrafttreten der vereinfachten Eisenbahn-Signalordnung (vESO) für alle nichtreichseigenen eingleisigen Nebenbahnen des allgemeinen Verkehrs.
03.06. Zur Entlastung der Reichsbahn werden Privatreisen über Pfingsten (11.06.-16.06.) stark eingeschränkt.
01.07. Die Zschipkau-Finsterwalder Eisenbahn wird verstaatlicht und in die Reichsbahn eingegliedert.
Die Deutsche Wochenschau dreht auf dem Verschiebebahnhof Seddin südlich von Berlin einen Propagandafilm, bei dem eine Lokparade auf 5 parallelen Gleisen Lokzüge mit je 10 Kriegs-Dampfloks der BR 52 gezeigt wird; er soll die Leistungsfähigkeit der deutschen Lokomotivindustrie demonstrieren.
01.08. Inkrafttreten der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (BOS)
14.08. Die Reichsbahn ruft die Reisenden dazu auf, bei Fliegeralarm die Bahnhöfe zu meiden.
19.09. Sowjetische Partisanen verschärfen ihre Angriffe auf Eisenbahnlinien hinter der Front.
18.10. Ab sofort dürfen Schlafwagenplätze 1. und 2. Klasse nur noch solchen Reisenden zugewiesen werden, die in kriegswichtigen Angelegenheiten unterwegs sind.
07.12. Erstmalig wird in Deutschland ein "Tag des Eisenbahners" begangen, bei dem verdienstvolle Eisenbahner mit Kriegsauszeichnungen geehrt werden.