14.01. Beginn einer sowjetischer Großoffensive gegen die deutsche Heeresgruppe Nord. Am 17.01. beginnt eine Offensive zur Befreiung der eingeschlossenen Stadt Leningrad; am 28.01. wird die 900 Tage dauernde Blockade gebrochen.
15.01. Die Alliierten beschließen für die Zeit nach dem Krieg eine Aufteilung Deutschlands in mehrere Besatzungszonen.
20.02. Beginn einer mehrtägigen alliierten Luftoffensive unter dem Namen "Big Week" gegen deutsche Industrie- und Rüstungszentren.
02.04. Die Rote Armee dringt bei Ihrem Vormarsch erstmals in Rumänien ein.
12.05. Die letzten deutschen Truppen auf der Insel Krim werden geschlagen. In Italien beginnen die Alliierten eine Offensive zur Eroberung der italienischen Hauptstadt. Am 04.06. wird Rom eingenommen.
06.06. Landung alliierter Truppen in der Normandie und Eröffnung einer zweiten Front. In der bis dahin größten Landungsoperation werden unter dem Oberbefehl des amerikanischen Generals Dwight D. Eisenhower bis Ende Juni 850 000 Soldaten, rund 150 000 Fahrzeuge und über 570 000 t Material nach Nordfrankreich transportiert. Am 25.07. gelingt der Durchbruch durch die deutsche Front bei St. Lô.
12.06. Die erste Flügelbombe V1 wird von Nordfrankreich aus in Richtung London abgeschossen. Bis Ende August werden 8000 dieser als "Vergeltungswaffe" bezeichneten Flugkörper auf England abgefeuert. Ein großer Teil der an der Westfront installierten Abschußrampen war bereits in die Hände der vorrückenden alliierten Verbände gefallen. Der militärische Nutzen ist sehr gering, aber es sterben bei den Angriffen mindestens 4000 Zivilisten. Am 08.09. wird erstmals die V2-Rakete gegen die britische Hauptstadt London eingesetzt.
20.07. Claus Graf Schenk von Stauffenberg verübt in Hitlers ostpreußischem Hauptquartier "Wolfsschanze" ein Bombenattentat. Dabei werden mehrere Personen getötet, aber Hitler wird nur leicht verletzt. Stauffenberg und seine engsten Anhänger werden verhaftet und erschossen. In den folgenden Tagen werden weitere 7000 Personen verhaftet.
25.07. Reichspropagandaminister Goebbels wird zum "Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz" ernannt.
02.08. Die Rote Armee überquert im Rahmen ihres Vormarsches erstmals die Weichsel.
04.08. Die deutsche Raketenversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom wird bombardiert.
10.08. Der Reichsbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz Goebbels untersagt "alle öffentlichen Veranstaltungen nicht kriegsgemäßen Charakters".
15.08. Landungsoffensive amerikanischer und französischer Truppen in Südfrankreich; sie treffen kaum auf harten Widerstand und können sich am 11.09. bei Dijon mit der amerikanischen Nordarmee vereinigen.
25.08. Die Alliierten nehmen Paris ein. Am folgenden Tag übernimmt General Charles de Gaulle die Regierungsgeschäfte. Am 28.08. erobern Freifranzösische Truppen die südfranzösische Hafenstadt Marseille.
31.08. Die sowjetische Armee marschiert in der rumänischen Hauptstadt Bukarest ein, nachdem sie am Tag zuvor das für die deutsche Benzinversorgung wichtige Erdölgebiet um Ploiesti besetzt hatte.
02.09. Die deutsche Wehrmacht leitet die Überflutung großer Gebiete Belgiens und der Niederlande ein. Auf diese Weise sollen die voranschreitenden Amerikaner vor der norddeutschen Tiefebene gestoppt werden.
03.09. Die Alliierten befreien die belgische Hauptstadt Brüssel, am 04.09. kann Antwerpen eingenommen werden und am 05.09. wird die hollänsiche Grenze erreicht.
11.09. Nördlich von Trier betritt ein US-amerikanischer Spähtrupp erstmals deutsches Reichsgebiet.
12.09. Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Rumänien und den Alliierten.
12.09. In London verabschieden Delegierte der USA, Großbritanniens und der UdSSR ein "Protokoll über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von Groß-Berlin".
19.09. Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Finnland und der UdSSR.
25.09. Alle deutschen Gauleiter werden durch einen Erlaß Hitlers ermächtigt, sämtliche Männer zwischen 16 und 60 Jahren in die Wehrmacht einzuberufen. Der "Volkssturm" ist der letzte Versuch einer allgemeinen Mobilisierung der deutschen Bevölkerung gegen die an allen Fronten vorrückenden Alliierten. Die Einberufenen werden praktisch ohne militärische Schulung in meist sinnlose Operationen geschickt. Zehntausende der rund eine Million einberufenen Volkssturmangehörigen kommen noch in den letzten Kriegsmonaten ums Leben.
16.10. Sowjetische Truppen dringen bei Goldap in Ostpreußen erstmals auf deutsches Gebiet vor. Immer mehr Deutsche entschließen sich zur Flucht aus Ostpreußen. Am 18.10. dringt die Rote Armee über die Karpaten in die Tschechoslowakei ein und am 21.10. erobern US-amerikanische Panzerverbände als erste deutsche Großstadt Aachen.
28.10. Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Bulgarien und den Alliierten.
31.10. Die letzten deutschen Einheiten verlassen Saloniki. Damit ist ganz Griechenland von deutschen Truppen geräumt. Gleichzeitig beginnt der Rückzug aus Albanien.
26.11. SS-Reichsführer Himmler ordnet die Einstellung der Vergasungen in Konzentrationslagern an, durch die schätzungsweise 5 bis 6 Millionen Menschen umkamen, und befiehlt, alle Spuren zu beseitigen.
16.12. Beginn der deutschen Ardennen-Offensive. Der letzte umfassende Versuch, die alliierten Truppen zurückzudrängen scheitert nach wenigen Tagen.
01.01. Die Benutzung der 1941 eingeführten Postleitzahlen wird für die Bevölkerung im Deutschen Reich verbindlich vorgeschrieben.
08.02. Hitler stiftet den "Dr.-Fritz-Todt-Preis", welcher für erfinderische Leistungen verliehen wird, die von kriegswichtiger Bedeutung sind.
16.02. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz Sauckel ruft alle nicht Arbeitspflichtigen zum "freiwilligen Ehrendienst in der deutschen Kriegswirtschaft" auf.
28.02. Die Reichsstelle Eisen und Metalle im Deutschen Reich erläßt eine Anordnung, nach der alle metallischen Einrichtungsgegenstände in Verwaltungsgebäuden und Büros als beschlagnahmt gelten und bis zum 30. April 1944 angemeldet werden müssen,
07.03. Mitglieder der NS-Frauenschaft ziehen von Haus zu Haus, um Frauen für den Arbeitseinsatz zugewinnen. Mit dieser Werbeaktion soll der Mangel an Arbeitskräften gelindert werden.
03.04. Beginn der Sommerzeit in Deutschland; sie endet am 02.10..
08.04. Hitler befiehlt per Verordnung die Verlängerung des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend um 6 auf 18 Monate
21.04. Die Türkei stellt auf Druck der Alliierten die Erzlieferungen an das Deutsche Reich ein.
12.05. Die Alliierten beginnen eine Luftoffensive gegen die deutsche synthetische Treibstoffindustrie (Leunawerke in Merseburg, Tröglitz und Böhlau, Hydrierwerke in Pölitz und Brüx).
18.05. In deutschen Gaststätten können die Wirte ab sofort für alle Speisen Lebensmittelmarken verlangen, bisher gab es wenigstens ein Stammgericht ohne Markenpflicht.
30.05. Die deutschen Finanzbehörden teilen mit, daß selbst ein totaler Bombenschaden ein Unternehmen nicht von der Pflicht entbinde, eine Jahresabschlußbilanz aufzustellen. Das gelte auch im Fall einer verlorengegangenen Buchhaltung.
06.06. Portugal stellt die Erzlieferungen an das Deutsche Reich ein.
30.06. Im Deutschen Reich verminderte sich der monatliche Ausstoß an synthetischem Treibstoff um zwei Drittel auf 107 000 t.
12.07. Der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, Albert Speer, fordert im Angesicht zunehmernder Einberufungen männlicher Arbeitskräfte zur Wehrmacht den verstärkten Einsatz von Frauen in der Wirtschaft.
27.07. 1000 US-amerikanische Bomber greifen mit fast 50 000 Brandbomben die Leunawerke bei Merseburg an. Das Gelände des größten deutschen Betriebes für die Herstellung von synthetischem Treibstoff gerät großflächig in Brand.
13.08. Das deutsche Reichspostministerium verfügt weitgehende Einschränkungen im Paketdienst. Nur der Versand von rüstungs- und lebenswichtigen Gütern bleibt davon unberührt.
15.08. Die Grenze für die Arbeitsdienstpflicht für Frauen wird von 45 auf 50 Jahre heraufgesetzt.
07.09. Reichspropagandaminister Goebbels verfügt in seiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz die Zusammenlegung bzw. Stillegung zahlreicher Hochschulen im Deutschen Reich.
11.09. US-Staatssekretär Henry Morgenthau jr. stellt in Quebec den nach ihm benannten Plan einer Nachkriegsordnung für Deutschland vor. Danach sollte Deutschland in einen politisch und wirtschaftlich bedeutungslosen Agrarstaat verwandelt werden. Für sämtliche Industrieanlagen war entweder Demontage oder alliierte Kontrolle vorgesehen. Das durch Gebietsabtretungen im Westen und Osten verkleinerte Land sollte in zwei Kleinstaaten aufgeteilt werden.
20.09. Der Leiter der Abteilung Rundfunk im deutschen Reichspropagandaministerium, Hans Fritzsche, betont die bedeutende dem Rundfunk zufallende Rolle, nachdem am 1. September sämtliche Theater-, Opern- und Varietébühnen ihren Spielbetrieb eingestellen mußten.
27.09. Die Regierung des neutralen Schweden beschließt unter massivem Druck der Alliierten den Abbruch aller Handelsbeziehungen mit dem Deutschen Reich.
28.09. Auf Anordnung von Goebbels, dem Generalbevollmächtigten für den totalen Kriegseinsatz, werden alle Gaststätten und Hotels geschlossen, die nicht für die Versorgung der arbeitenden Bevölkerung notwendig sind.
01.10. Die Schweiz stellt auf alliierten Druck hin den Export von Kriegsmaterialien an alle kriegführenden Länder ein.
16.10. Senkung der Brotrationen. Die Kürzung beträgt 200 g pro Normalverbraucher, so daß die Wochenration fortan 2225 g Brot beträgt.
20.02. Die deutschen Straßenverkehrsvorschriften werden geändert, da es infolge des "totalen Krieges" keine Blink- und Bremslichter für zivile Kraftfahrzeuge mehr gibt. Zukünftig dürfen Kraftwagen auch ohne diese Signalvorrichtungen öffentliche Straßen benutzen. Es wird jedoch zu besonderer Vorsicht aufgerufen.
27.04. Schweden stellt den gesamten Schiffsverkehr von und nach Deutschland ein, da die Fahrrinnen der Ostsee durch die Alliierten vollständig vermint wurden. Auch der Fährverkehr zwischen Schweden und Dänemark wird eingestellt.
10.08. Die britischen Luftwaffe belegt den Dortmund-Ems-Kanal mit Minen.
15.09. In der Nacht vom 15. auf den 16 September sprengen deutsche Kampfschwimmer die Hauptschleuse des Hafens von Antwerpen (Belgien). Damit fällt er als Nachschubhafen der Alliierten bis zum 03.11. aus.
22.09. Die Rote Armee erobert die estnische Hauptstadt Reval. Dadurch verlieren die Deutschen den einzigen bis dahin noch in ihrem Besitz befindlichen Hafen am Finnischen Meerbusen.
03.10. Erstmals wird der erste deutsche Düsenjäger Me 262 in Luftkämpfen eingesetzt.
10.11. Da die Straßenbahnen immer mehr zum innerstädtischen Güterverkehr herangezogen werden, verfügt Reichsinnenminister Himmler, daß für die Dauer kriegsbedingter Verhältnisse Schienenfahrzeuge grundsätzlich Vorfahrt haben.
01.04. In der Nähe der französischen Stadt Lille wird durch Sabotage ein deutscher Militärzug zum Entgleisen gebracht. Als Vergeltung erschießen SS-Angehörige kurz darauf 86 Zivilisten, darunter auch Kinder.
19.06. Sowjetische Partisanen zerstören im größten Sabotageunternehmen des Zweiten Weltkrieges als Auftakt zur sowjetischen Sommeroffensive an 9600 Stellen die Schienennachschubwege der deutschen Heeresgruppe Mitte.
17.07. Es treten weitere Reisebeschränkungen im Eisenbahnverkehr in Kraft. Ohne Sondergenehmigungen sind in Eil- und Personenzügen nur noch Reisen bis 100 km gestattet.
04.09. Die Deutsche Reichsbahn reduziert ihren Betrieb um 60 Schnell- und Eilzugpaare. Der Personenverkehr wird dadurch noch weiter eingeschränkt.
18.09. Die niederländischen Eisenbahner treten zur Behinderung der deutschen Transporte in einen bis zum Kriegsende währenden Streik.
07.11. Die beiden Verkehrsknotenzonen Ludwigshafen-Aschaffenburg und Nürnberg-Treuchtlingen-München-Rosenheim werden massiv von alliierten Kampfflugzeugen angegriffen.
07.11. Bei Stuttgart stößt ein Vorortzug mit einem leeren Personenzug zusammen. Der Unfall fordert 40 Menschenleben.
07.12. Im Deutschen Reich wird ein "Tag des deutschen Eisenbahners" abgehalten. Aus diesem Anlaß wird acht Eisenbahnern das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen.