| Mein Wagen
fährt mit der Eisenbahn! (Werbeprospekt der Deutschen Reichsbahn, ca. 1935) |
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| "Ist das nicht ein Widerspruch?" - "Ganz gewiß nicht!" Denn häufig besteht bei Kraftfahrern der Wunsch, den Kraftwagen mit der Eisenbahn zu
versenden und selbst die Reise schnell, bequem und ohne jede Anstrengung im Eisenbahnzuge zurückzulegen, z. B. wenn eintönige Strecken
oder Gegenden durchfahren werden, die dem Kraftwagenfahrer nichts bieten, bei ungünstigem Wetter oder schlechten Wegen.
Es kommt aber auch häufig vor, daß ich meinen Wagen nur für Geschäftsbesuche in einem bestimmten Bezirk benötige oder in schönen Urlaubstagen nur in der ausgewählten Feriengegend benutzen will. Ist es also mein Wunsch, den Wagen erst am Bestimmungsort zur Verfügung zu haben, dann mache ich mir in jedem Falle die zeitlichen und geldlichen Vorteile nutzbar und lasse meinen Wagen mit der . . . Eisenbahn reisen! Meine besten Erfahrungen mit dieser raschen und preiswerten Beförderungsmöglichkeit führen zu dem guten Rat für Sie: |
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| Was hat der Reisende bei der Auflieferung des Kraftwagens zu beachten? |
| Der Reisende, der seinen Wagen mit der Eisenbahn versenden will, stellt nach der nachstehenden Übersichtskarte fest, welches der für
das Reiseziel nächste Bahnhof zur Aufgabe von Reisekraftwagen ist. Auf Wunsch werden ihn hierbei die Fahrkartenausgaben und Gepäckabfertigungen
beraten, die auch mit Auskünften über Züge, mit denen der Kraftwagen befördert werden kann, zur Verfügung stehen.
Er fährt dann in seinem Kraftwagen zu der Fahrkartenausgabe des Auflieferungsbahnhofs und löst hier eine Fahrkarte nach dem Bahnhof, nach dem er den Kraftwagen befördert haben will, oder auch darüber hinaus und begibt sich damit zur Gepäckabfertigung. Von der Gepäckabfertigung erhält der Reisende nach Vorlage der Fahrkarte und der Zulassungsbescheinigung und gegen Zahlung der halben Gepäckfracht einen Gutschein. An der ihm angegebenen Verladestelle verlädt er seinen Kraftwagen entweder selbst oder läßt ihn durch die Eisenbahn gegen Zahlung einer geringen Gebühr verladen. Gegen Abgabe des Gutscheines erhält er den Gepäckschein. Auf dem Zielbahnhof wird ihm der Wagen gegen Abgabe des Gepäckscheins ausgeliefert. Entladen kann er den Wagen selbst oder aber er überläßt dies der Eisenbahn und zahlt dafür den gleichen Betrag wie bei der Verladung. |
| Welche Vorteile bietet das Verfahren den Reisenden? | |
| 1. | Der Kraftwagen wird mit schnellfahrenden Eilgüterzügen, streckenweise auch mit Personenzügen befördert. Der Kraftwagen reist also fast ebenso schnell wie der Reisende im Zuge |
| 2. | Der Reisende bezahlt für diese Beförderung nur die halbe Gepäckfracht, also weniger, als wenn er seinen Wagen als Eilgut aufgeben würde. Frachtzahlung für mindestens 200 km. |
| 3. | Eisenbahnwagen stehen auf den Bahnhöfen, bei denen von der Vergünstigung Gebrauch gemacht werden kann, zur Annahme des Kraftwagens bereit. |
| 4. | Um Zeit zu sparen, wird das Gewicht des Kraftwagens nicht ermittelt, vielmehr dient für die Frachtberechnung das am Typenschild angebrachte oder aus der Zulassungsbescheinigung ersichtliche Eigengewicht. |
| 5. | Die Eisenbahn übernimmt die Haftung für den ihr zur Beförderung übergebenen Kraftwagen und sie haftet weiter für das etwa am Kraftwagen sicher befestigte Reisegepäck bis zum Höchstbetrage von 200.- RM. |
| 6. | Brennstoff darf mitgenommen werden, wenn die Brennstoffbehälter luftdicht abgeschlossen sind. Aus Gründen der Sicherheit ist es erforderlich, die Betriebsstoffleitung zum Vergaser abzusperren und den Vergaser nebst dessen Zuleitung zu entleeren. |
| Für welche Strecken und auf welchen Bahnhöfen kann
die Vergünstigung in Anspruch genommen werden? |
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| Folgende Strecken sind in das Verfahren einbezogen worden | |||||||||
| 1. | Berlin - Halle (Saale) - Nürnberg - München - Garmisch-Partenkirchen | ||||||||
| 2. | Berlin - Hannover - Löhne (Westf.) - Düsseldorf - Köln - Bonn - Koblenz | ||||||||
| 3. |
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| 4. |
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| 5. | Düsseldorf - Köln - Mainz - Frankfurt (Main) - Karlsruhe - Basel | ||||||||
| 6. |
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| 7. |
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| 8. |
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| 9. | Frankfurt(Main) - Stuttgart - Augsburg - München - Garmisch-Partenkirchen | ||||||||
| 10. |
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| 11. | Berlin - Stettin | ||||||||
| 12. | Berlin - Saßnitz | ||||||||
| Verzeichnis der
für die Abfertigung zugelassenen Bahnhöfe
und spätester Annahmeschluß. |
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| Bahnhöfe | Spätester Annahmeschluß
vor Abgang des Zuges |
| Altona Hbf | 1 Std |
| Augsburg Hbf | 1½ Std |
| Baden-Baden | 1 Std |
| Baden-Baden West | 1 Std |
| Bad Nauheim | 1 Std |
| Basel Reichsb. | 1½ - 2 Std |
| Berlin Anhalter Bf | 1½ Std |
| Berlin Alexanderplatz | 2 Std |
| Berlin Friedrichstraße | 2 Std |
| Berlin Lehrter Bf | 2 Std |
| Berlin Schlesischer Bf | 2 Std |
| Berlin Zoologischer Garten | 2 Std |
| Bonn | 2 Std |
| Bremen Hbf | 2 Std |
| Charlottenburg | 1½ Std |
| Cuxhaven | 1 Std |
| Darmstadt Hbf | 1½ Std |
| Dresden Hbf | 2½ Std |
| Dresden-Neustadt | 2 Std |
| Düsseldorf Hbf | 2 Std |
| Frankfurt (M) Hbf | 2 Std |
| Frankfurt (M) Süd | 1 Std |
| Freiburg (Breisg) | 1½ Std |
| Garmisch-Partenkirchen | 2½ Std |
| Gießen | 1 Std |
| Göttingen | 1 Std |
| Halle (Saale) | 3 Std |
| Hamburg Hbf | 2 Std |
| Hannover Hbf | 2 Std |
| Heidelberg | 2 Std |
| Karlsruhe | 1½ Std |
| Kassel Hbf | 1½ Std |
| Koblenz Hbf | 3 Std |
| Köln Hbf | 2½ Std |
| Kreiensen | 2 Std |
| Leipzig Hbf | 3 Std |
| Löhne (Westf.) | 1 Std |
| Lübeck | ¾ Std |
| Magdeburg Hb | 1½ Std |
| Mainz Hbf | 1½ Std |
| Mannheim | 1½ Std |
| Marburg (Lahn) | 1 Std |
| München Hbf | 2½ Std |
| Nürnberg Hbf | 1½ Std |
| Saßnitz | 1½ Std |
| Saßnitz Hafen | 1½ Std |
| Stuttgart Hbf | 2 Std |
| Stettin Hbf | 1½ Std |
| Travemünde Stadt | ¾ Std |
| Wesermünde-Bremerhafen | 2 Std |
| Wiesbaden Hbf | 1½ Std |
| Würzburg Hbf | 1½ Std |
| Auf diesen Strecken kann der Reisende
einen Reisekraftwagen auf der Eisenbahn befördern lassen. Die unterstrichenen Orte sind zur Abfertigung zugelassen. |
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| Thomas Noßke 2003 | www.epoche2.de |