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Werbebroschüren
und -Plakate der Deutschen Reichsbahn für
den Reiseverkehr
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Sicherheit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren die höchsten
Tugenden, die sich die Reichsbahn und Ihre vielen tausend Mitarbeiter auf
die eigenen Fahnen geschrieben haben. Da das keine leeren Versprechungen
waren, ließ sich natürlich vortrefflich damit werben.
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| Daneben galt aber natürlich auch die Kompetenz und die Freundlichkeit
derjenigen Eisenbahner als hervorragend, die im direkten Kundenkontakt
standen. So ließ sich also auch mit diesen Tugenden glaubhaft Werbung
treiben.
Die Uniform des deutschen Eisenbahners, für deren ordentlichen Zustand und Sauberkeit jeder Träger selbst verantwortlich war, galt in weiten Kreisen der Bevölkerung mit großer Selbstverständlichkeit als Symbol für Korrektheit und Vertrauenswürdigkeit, so dass auch sie indirekt ein eigenständiger Werbeträger für die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn und der Eisenbahner wurde. Besonders Schaffner und Aufsichtsbeamte, die durch besondere Kennzeichen an ihrer Uniform für jeden Reisenden leicht erkennbar waren, wurden als Vertrauenspersonen schlechthin akzeptiert. |
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| Die Reichsbahn informierte Ihre Fahrgäste zu allen Zeiten sachlich und kurzweilig über die komplexen Prozesse und Zusammenhänge im Bahnbetrieb. Besondere Erwähnung verdienen dabei die ab 1928 herausgegebenen Heftchen "Bücher von der Reichsbahn". Die insgesamt acht verschiedenen A5-Broschüren schilderen auf jeweils 30 bis 40 Seiten überaus informativ, unterhaltend und einprägsam den Betrieb und die Hintergründe des weltgrößten Verkehrsunternehmens, ohne dass der Leser dabei für dumm verkauft wird, wie das heutige Werbung leider viel zu oft versucht. | ||
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Die preiswerten und sehr attraktiv und abwechslungsreich gestalteten Broschüren der Heftchen-Reihe Reisen & Schauen waren sehr erfolgreich beim reisenden Publikum und in der Kritik der Presse. Sie vermitteln auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über die bei der Fahrt durchfahrenen Orte und Landschaften, deren Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte und waren dadurch freundliche Werbebotschafter nicht nur für die Eisenbahn sondern auch für den Fremdenverkehr in Deutschland. Im Zeitraum 1934 bis 1939 erschienen diese hübsch illustrierten Reisebegleiter im Format 10 x 21 cm für insgesamt 29 verschiedene Haupt-Reiserouten quer durch das Deutsche Reich, teilweise in mehreren, sich unterscheidenden Auflagen. |
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Werbung für Fahrten in der Zweiten Wagenklasse Während die Erste Wagenklasse nur den Schnellzügen und einigen besonderen Luxuszügen vorbehalten war, führten bei der Deutschen Reichsbahn sogar fast alle Personenzüge Abteile der Zweiten Klasse. Dennoch blieb die Zahl der Reisenden, die die Zweite Klasse regelmäßig nutzten, sehr gering. Ihr Anteil am gesamten Fahrgastvolumen lag nur bei rund 4-5%. Die Reichsbahn versuchte deshalb, die Ausnutzung der Abteile der höheren Wagenklassen durch geeigente Werbung zu verbessern. Besonders die Urlaubsreisen, die meist über größere Entfernungen als die täglichen Fahrten zum Arbeitsplatz oder die Wochenendausflüge führten, waren Ansatzpunkt entsprechender Reklame. |
| Mit der Einführung schneller sowie besonders ausgestatteter Züge und Triebwagen in die Fahrpläne der Reichsbahn wurde natürlich auch für diese vergleichsweise luxuriösen Leistungen Werbung betrieben. Während der Rheingold-Expreß ab 1928 besonders für ausländische Reisende konzipiert wurde, zielte das Angebot der Schnelltriebwagen zwischen mehreren Großstädten und der Reichshauptstadt ab 1932 und des Henschel-Wegmann-Zuges zwischen Dresden und Berlin ab 1936 auf zahlungskräftige Geschäftsreisende aus dem Inland. | ![]() |
| Werbeprospekt für Fahrten
in Schnelltriebwagen
Werbeprospekte für Fahrten in besonderen Zügen |
| Nur wenige konnten sich Fahrten in solch besonderen Zügen leisten. Viele Nutzer der Eisenbahn waren dagegen regelmäßig auf Sondertarife angewiesen. Die Reichsbahn bot Ihren Fahrgästen eine Vielzahl von ermäßigten Tarifen, von denen sowohl die regelmäßigen Nutzer, wie Berufspendler, als auch die Gelegenheitsfahrer, wie Urlaubsreisende oder Wochenendausflügler, profitieren konnten. Besonders die Sonntagsrückfahrkarten waren beim Publikum für Wochenendausflüge über kurze bis mittlere Entfernungen sehr beliebt. Es gab aber auch Urlaubs- und Festtagsrückfahrkarten sowie viele verschiedene weitere mögliche Vergünstigungen. Informationen über diese Sondertarife wurden mit Hilfe einer großen Zahl von Broschüren und auch mit Plakaten verbreitet, welche meist auffallend gestaltet waren und somit große Werbewirkung besaßen. | |
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| Thomas Noßke 2004 | www.epoche2.de | ||||