Bibliothek der Fachhochschule Merseburg
Anmerkungen zu Filtersoftware für Internet-Arbeitsplätze



Funktionsweise:

Ein Filterprogramm sperrt den Zugriff auf folgende Webseiten und Newsgroups:

  1. Dokumente, deren URL (Internet-Adressen) in einer mitgelieferten programmeigenen Datenbank hinterlegt sind. Wird eine derartig gespeicherte Internet-Adresse angewählt, wird normalerweise erst gar keine Verbindung hergestellt.
  2. Dokumente, in deren Text oder Titel Schlüsselworte enthalten sind, die wiederum in einer anderen programminternen Datenbank enthalten sind (Bildinhalte können vom Programm nicht analysiert werden, höchstens Bildtitel oder Dateinamen). Während des Ladevorgangs wird die Seite analysiert und im Falle einer Übereinstimmung mit Begriffen aus dieser Datenbank wird das Dokumentes nicht angezeigt.
  3. Dokumente, deren URL vom Anwender selbst als zu sperren gekennzeichnet wurden und somit in die interne Datenbank aufgenommen worden. Auch zu diesen Adressen wird keine Verbindung aufgebaut.
  4. Einige Programme gestatten auch die Erweiterung der Schlüsselwort-Datenbank durch den Anwender.
Eigenheiten:

Aus der Arbeitsweise dieser Programme ergeben sich folgende allgemeine Probleme für den Anwender:

Argumente für den Einsatz von Filtersoftware:

Probleme beim Einsatz von Filtersoftware in Bibliotheken:

Fazit:

Gegenwärtig verfügbare Filtersoftware kann leider nur eine Feigenblattfunktion wahrnehmen. Sie gaukelt eine Sicherheit vor, die ohnehin schon nicht sehr groß ist, aber zudem auch noch mit der Zeit stetig abnimmt. Ihr Einsatz wägt die Verantwortlichen möglicherweise in einer Sicherheit, welche nicht in umfassender Form vorhanden ist.

Diese Abhandlung will nicht vom Einsatz derartiger Filtersoftware abraten, aber auch nur deshalb, weil bisher keine technische Alternative angeboten werden kann. Eine soziale Kontrolle und eine auf die Internetnutzung abgestimmte Benutzungsordnung können durch Filtersoftware nicht ersetzt werden.

Es soll dem Anwender hiermit sehr deutlich gemacht werden, daß der erhoffte Schutz keinesfalls erreicht wird und der tatsächliche Schutz nur sehr oberflächlich ist.

Diesen Fakt beweist auch eine andere Veröffentlichung, in der wichtige Filterprogramme umfassend getestet wurden und eine Filter-Effektivität von nur 54% bis 84% ermittelt wurde. Dort wird auch dargelegt, daß die Umgehung der Schutzmechanismen für erfahrene Internet-Nutzer kein ernsthaftes Problem darstellt.

Quelle: Jürgen Schmidt: Kindersicheres Netz? Internet-Zugangsschutz für Kinder; c't (Verlag Heinz Heise Hannover, ISSN 0724-8679) 1997, Heft 15, S.224-232.
 



Anbieter von Filtersoftware

Hinweise und Anfragen bitte an Thomas.Nosske@Bib.FH-Merseburg.de